VLK-HESSEN

Vereinigung liberaler Kommunalpolitiker – Landesverband Hessen e. V.


 

VLK-Hessen e. V.
Adolfsalle 11
65185 Wiesbaden
Tel. (06 11) 999-060.
Internet www.vlk-hessen.de
E-Mail info@vlk-hessen.de

 

    Impressum

Aktuelles

14. Februar 2004

Beschluss des Kommunalpolitischen Beirates am 14. Februar 2004 in Berlin

Beschlusslage des Kommunalpolitischen Beirats zum Positionspapier »Bildung vom Kopf auf die Füße stellen – Plädoyer für einen frühen und kostenlosen Bildungsbeginn«

Seitens der Liberalen Kommunalpolitiker wird die Bedeutung eines frühzeitigen Abbaues von Lern- und Bildungsdefiziten anerkannt, da dies nachhaltig dazu beitragen kann, die schulischen Entwicklungsmöglichkeiten zu verbessern und das allgemeine Bildungsniveau zu heben. Hierfür erforderliche Maßnahmen müssen jedoch in einem ausgewogenen Verhältnis von Staat einerseits und Kommune andererseits auf den Weg gebracht werden.

Im einzelnen stellt der Kommunalpolitische Beirat folgendes fest:

  1. Entsprechend bereits bestehender FDP-Beschlusslagen muss die Vorschule, wo Kinder spielerisch in die Lernprozesse eingeführt werden können, flächendeckend ab einem Alter von fünf Jahren ausgebaut werden. Aufgrund der demographischen Entwicklungen stehen bereits jetzt zahlreiche Räumlichkeiten in Grundschulen leer. Rückläufige Schülerzahlen ermöglichen es, auch vorhandene Lehrerkapazität für den Vorschulbereich einzusetzen.

    Die VLK wendet sich gegen die Bestrebungen der Länderfinanzminister, die hier in Frage stehenden Lehrerstellen zu streichen.
     
  2. Die Liberalen Kommunalpolitiker setzen sich für eine verstärkte und koordinierte Kooperation zwischen Grundschule und Kindergarten ein.

    Positive Einzelbeispiele zeigen auf, dass schulischer Lernerfolg nachhaltig verbessert werden kann, wenn die Erziehungsinhalte zwischen Kindergarten und Grundschule koordiniert sind.
     
  3. Der zunehmende Anteil von Kindern im Kindergarten mit Migrantenhintergrund führt dazu, dass ein besonderer Augenmerk auf die Qualifizierung der Erzieherinnen und Erzieher für die integrationsspezifischen Anforderungen erreicht werden muss. Das spielerische Erlernen der vielfach nicht vorhandenen Deutschkenntnisse ermöglicht eine erfolgreiche spätere Schulkarriere. Die durch die Vorschule (siehe Ziffer 1) im Kindergarten frei werdenden Personalkapazitäten könnten zu einer Intensivierung dieser Tätigkeit und einer Erweiterung der Ganztagesangebote im Kindergartenbereich herangezogen werden.
     
  4. Die Einführung neuer Mindeststandards für Tageseinrichtungen und Tagespflege wird seitens des VLK-Beirates abgelehnt.

    In diesem Zusammenhang wird daran erinnert, dass liberale Kommunalpolitiker erst mühsam in den einzelnen Bundesländern es erreicht haben, dass im Sinne einer Entbürokratisierung überflüssige Standards zur Einrichtung von Kindertagesstätten abgebaut und auf ein vertretbares Mindestmaß zurückgeführt worden sind, um lokale und kommunale Gestaltungsmöglichkeiten nicht über Gebühr einzuschränken.

    Wenn dies nun durch bundesweite Standards wieder konterkariert wird, ist dies weder im Interesse der Eltern, noch der Kommunen.

    Viele Praxisbeispiele vor Ort belegen, dass im Rahmen der vorhandenen finanziellen Möglichkeiten Eltern und Kommunalpolitiker intensiv darum bemüht sind, bestmögliche Bedingungen für die Kindertagesstätten zu schaffen.
     
  5. Seitens des VLK-Beirates wird die erneute Diskussion über die Kostenfreiheit des Kindergartenbesuches abgelehnt. Bereits jetzt besuchen rund 95 % der Vierjährigen einen Kindergarten. In nahezu allen Kommunen gibt es für Sozialhilfeempfänger und Familien bzw. Alleinerziehende mit geringem Einkommen Zuschüsse der Kommunen oder es besteht Gebührenfreiheit. Niemand muss aus wirtschaftlichen Gründen auf einen Kindergartenbesuch verzichten. Erfahrungen aus kommunaler Sicht belegen, dass bei Eltern, die ihre Kinder nicht zum Kindergarten schicken, vorrangig andere Gründe (z. B. Migranten, die keine andere kulturelle Erziehung wünschen) im Vordergrund stehen. Im übrigen muss darauf hingewiesen werden, dass der Zuschussbedarf der Kommunen für die Kindergärten, der jetzt schon in der Regel über 75 % der Aufwendungen liegt, in den letzten drei bis vier Jahren überproportional stark angestiegen ist, da die freien Träger, hier insbesondere die Kirchen, sich flächendeckend aus der finanziellen Verantwortung für ihre Kindergärten zurückziehen.

[HTML-Syntax überprüfen]